Hey da Heimatland,
wirds bei euch noch Sommer bevor ich zurück bin?
Hier war es am Wochenende wieder so warm, dass wir nach Raglan surfen gefahren sind. Bestes Wetter, super Wellen und unglaublich viele Menschen auf ihren Surfbrettern erwarteten uns und das am Winteranfang. Optimal für mich als Sommerkind.
Außerdem war ich noch bei den Blues, dem Rugby-Team von Auckland. Verglichen mit europäischem Fußball war im Stadion null Stimmung. Wenigstens saßen in unserem Block ein paar Maoris mit denen wir Laolawellen starten konnten. Hier ein paar Bilder vom Spiel:


Alle Spielregeln hab ich immer noch nicht verstanden, aber es reicht, um das Spiel einigermaßen zu verstehen und zu erkennen wer gewonnen hat.
Endstand übrigends 35:18 für die Blues, die Chiefs aus Hamilton waren haushoch unterlegen.
Die Liga hier heißt Super 14, es spielen die besten Teams aus den Rugbynationen Neuseeland, Australien und Südafrika gegeneinander. Was auch die wenigen Fans bei manchen Spielen erklärt. Da fliegen ja keine 100 Fans aus Südafrika mal eben rüber.

Wegen derlei Aktivitäten und auch weil es die letzten Präsentationen und Arbeiten zu bewältigen gab, meld ich mich erst jetzt wieder aus dem fernen Neuseeland.
Ja, es läuft die letzte Vorlesungswoche und es geht schnurstracks auf die Klausuren zu. Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich die nächsten Wochen erfolgreich überstehen werde, denn ich habe durch die zahlreichen Übungen viele Punkte schon unterm Semester gesammelt.
Aber genug langweiligen Unikram, hier wurde die letzten Wochen köstlich gespeist. Die Idee war, wir treffen uns in einer 13-15-köpfigen Gruppe und jede Nation kocht einen Abend lang für den Rest. Folgendes Programm wurde ausgearbeitet:
Montag: Deutsche Küche
Mittwoch: Amerikanisches Dinner 1
Sonntag: Französicher Abend
Montag: Amerikanisches Dinner 2
Mittwoch: Chinesisch und Indische Spezialitäten
Mittwoch: Kiwi Dinner
Nach nun 3 Wochen mit jeder Menge Essen fühlen sich alle ein wenig dicker. Zugegeben ich nicht, aber satt war ich zwischendurch tatsächlich auch.
Hier ein paar Bilder von den Abenden:
Es war an uns, den Reigen zu beginnen. Im Bild rechts, Marius, Jan und ich am Herd.
Auf dem Speiseplan standen:
- Spargelsuppe
- Zigeunerschnitzel mit Kartoffelsalat
- Herrencréme
Perfektes Schnitzel von Metzger Jan, vor allem die Amerikaner waren begeistert.

Es folgte das erste Amerikanische Abendessen mit landestypischen Hamburgern, süßen Maiskolben, die nicht süß genug waren in Neuseeland und Apfelstrudel mit Eis, wofür extra die Küche im Erdgeschoß benutzt werden musste. Verantwortliche hierbei, Rebakah, Tiffany (nicht im Bild) und Willie.

Sonntag gab es die hâute cuisine aus Frankreich, mit Gemüsedip als Apetizer, einem farbenfroher Entrée aus Guacamole, Mascarpone und Lachs mit Tomaten (2. Bild). Die Hauptspeise war Tartiflette und als Nachtisch gab eine Art Windbeutel mit selbstgemachter Vanille und Schokocréme. Da es bei einem französischen Abend nie an Wein fehlen darf, konnte ich hier tatsächlich auch 2 Weine aus Neuseeland testen. Dabei hat mir Montana am besten gefallen, liegt noch in meiner Preisklasse und ist ein vorzüglicher Weißwein aus dem Norden der Südinsel in der Gegend bei den Malborough Sounds.

Die Franzosen starteten außerdem den Dekorationswettbewerb mit vielen ausgedrucketn Heimatbildern und persönlichen Einladungen. Chef de la cuisine waren Antoine und Pauline.

Nach der gehobenen Küche am Vortag, ging es mit der 2. amerikanischen Runde mit Quantität weiter. Bomb Fries (Fritten mit Speck und Käse) als Vorspeise, Fleisch im Brot mit Maccaroni Cheese als Hauptspeise und 2 Nachspeisen, darunter 3 üppige Cheesecakes, brachten uns die höher, größer, weiter Ansichten der Amerikaner näher. Pauline bezeichnete das Mahl nachträglich als "Massive".

Liz, Damon und Haley mit Cheesecakes zeigen Flagge.

Hier ein Ausdruck echter amerikanischer Freude: Antoine, Damon und Jan im Dollarregen.
Die nächste kulinarische Station ließ nicht lange auf sich warten. Es ging nach Asien, wo uns Malcolm und Carl (im Bild sicherlich erkennbar mit Jans Karnevalsmütze) mit chinesischer Suppe, Tandoori Chicken und süßem rotem Bohnenmus mit Teigbällchen überraschten. Unglaublich lecker. Leider lässt meine Internetverbindung kein großes Bild zu...


Deswegen ist auch das Kiwi Dinner nur mit einem kleinen Foto dabei, ich hoffe man kann es wenigstens vergrößern. Die gelben Dinger sind sogenannte Pois, die eigentlich den Mödchen zum Tanzen dienen. Sie stellen die Verlängerung der Schönheit eines Jeden dar.
Das Kiwi Dinner bestand aus Chips, Würstchen und Sausagerolls mit Dip als Vorspeise. Als Hauptspeise gab es gebratenes Hühnchen mit Süßkartoffeln und Gemüse und als Nachtisch Eiscréme mit Schokostücken. Es ist das Essen was Steph, die das Menu zubereitete immer von ihrer Mutter gereicht bekommt, wenn sie vereist. Sie hat es als Abschiedsessen ausgewählt, weil es nicht mehr lange dauert, bis die meisten sich wieder zurück in die Heimat begeben.

Wie immer ist noch Zeit für ein Spaßbild vor dem Schlafengehen. Willie und ich haben ein neues Spiel entdeckt. Für nur 2 Euro umgerechnet gab es ein Kindergolfset, mit dem wir nun ab und zu durch das gesamte Appartment spielen. Aktueller Spielstand 1:1. Mal sehen wer am Ende des Semesters mehr Punkte hat. Apropos Punkte, als 3 maliger Bundesligatippmeister in Folge werde ich mich bei der WM ein wenig zurückhalten, ihr sollt ja auch ne Chance haben daheim.
Mein Geheimtipp dieser WM sind übrigens die All Whites. Neuseelands Nationalmannschaft interessiert hier absolut niemand, obwohl die sich qualifiziert haben. Genau das macht sie unberechenbar. Halbfinale ist drin :-D

Ich meld mich wieder Deutschland, wünscht mir Erfolg bei den Klausuren.